Review: Der Spion (Kino)

Das Hauptplakat von "Der Spion" (© TELEPOOL)

Das Hauptplakat von “Der Spion” (© TELEPOOL)

Inhalt: In den frühen 1960ern tobt der Kalte Krieg. Der hochrangige Offizier Oleg Penkowski (Merab Ninidze, „Deutschland 83“) sorgt sich um die Situation und befürchtet, dass der Kreml die Eskalation in Form eines atomaren Erstschlags herbeiführen will. Er entschließt sich zum Handeln und kontaktiert die Amerikaner. CIA-Agentin Emily Donovan (Rachel Brosnahan, „I’m Your Woman“) benötigt einen Plan für den regelmäßigen Austausch. Mit Unterstützung des MI6 wirbt sie den biederen Geschäftsmann Greville Wynne (Benedict Cumberbatch, „Der Mauretanier“), der Moskau ohne Probleme bereisen kann, als Kontaktperson an. Schon bald erhalten die Amerikaner aus dieser Verbindung höchst brisante Informationen. Währenddessen entsteht zwischen Penkowski und Wynne eine enge Freundschaft. Doch der russische Geheimdienst schläft nicht.

 

Kritik: Seit einigen Jahren haben die Superhelden, die Kinos und Streamingportale fest in der Hand. Regisseur Dominic Cooke („Am Strand“) erzählt in seinem Spionage-Thriller, der auf einem wahren Fall beruht, die Geschichte von zwei unbesungenen Helden, die die Welt ein (gar nicht so) kleines Stück besser gemacht haben. Dabei setzt er nicht auf knallige Action und große Gadgets. Viel mehr bleibt „Der Spion“ bei dunklen Straßenecken, in denen rauchende Männer mit Hüten Informationen austauschen. Die Umsetzung bleibt zwar konventionell, ist aber extrem spannend. Es entsteht ein packender Thriller, der gut in den historischen Kontext eingeordnet ist, aber auch sehr von seiner zwischenmenschlichen Komponente lebt. Gerade im letzten Drittel, wenn sich die Ereignisse überschlagen, legt der Film eine Konsequenz an den Tag, die vielen Artgenossen abgeht.

Penkowski und Wynne werden zu einem Epizentrum der Geheimdienste (© TELEPOOL)

Penkowski und Wynne werden zu einem Epizentrum der Geheimdienste (© TELEPOOL)

Die größte Stärke von „Der Spion“ ist aber Benedict Cumberbatch, der in der Titelrolle einen seiner besten Parts in langer Zeit spielt. Als braver Verkäufer und Familienvater, der sich aus Idealismus und Neugier zu einem Abenteuer überreden lässt, das weit über seinen Kopf hinauswächst, trifft Cumberbatch – trotz emotional wie physisch höchsten Ansprüchen – immer den richtigen Ton. Auch Merab Ninidze, der seinen sowjetischen Gegenpart Oleg verkörpert, zeigt einen starken und jederzeit nachvollziehbaren Auftritt. Rachel Brosnahan als charismatische, zielbewusste CIA-Agentin und Jessie Buckley als entnervte Ehefrau von Wynne unterstreichen, weshalb sie zu den aufgehenden Sternen am Kinohimmel gehören.

Wer auf der Suche nach schneller Agenten-Befriedigung ist, dürfte bei diesem Film an der falschen Adresse gelandet sein. „Der Spion“ wirkt wie ein Roman von John le Carré, der das Rad nicht neu erfindet, aber mit gutem Inhalt, souveräner Inszenierung und exzellenten Darstellern fast zwei Stunden Thriller-Unterhaltung für gehobene Ansprüche liefert.

4 von 5 Punkten


Quelle: TELEPOOL, LeinwandreporterTV, YouTube

Der Spion

Originaltitel:The Courier
Regie:Dominic Cooke
Darsteller:Benedict Cumberbatch, Merab Ninidze, Rachel Brosnahan
Genre:Thriller, Drama, Spionage
Produktionsland/-jahr:UK, 2020
Verleih:TELEPOOL
Länge:112 Minuten
FSK:ab 12 Jahren
Kinostart:01.07.2021

Mehr Informationen findet ihr auf der Seite von TELEPOOL

Verfasst von Thomas.

Zuletzt geändert am 30.06.2021
Review: Der Spion (Kino)

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