Review: Yes, God, Yes (Kino)

Das Hauptplakat von "Yes, God, Yes" (© Capelight Pictures)

Das Hauptplakat von „Yes, God, Yes“ (© Capelight Pictures)

Inhalt: Alice (Natalia Dyer) kommt aus einem religiös-konservativen Haushalt und geht auf eine streng katholische Schule. Sex, der nicht der Fortpflanzung dient, reine Lust oder Masturbation sind Themen, die in der Welt der Teenagerin geradewegs in die Hölle führen. Aber weshalb sieht sie dann die Sexszene aus „Titanic“ so gerne? Und was war mit diesem Online-Ausrutscher, der zum Genuss von Pornografie und Cybersex führte? Zur Sicherheit meldet sie sich für ein viertägiges Enthaltsamkeits-Camp ihres Lehrers Father Murphy (Timothy Simons) an. Doch der reine Fokus auf Jesus Christus ist gar nicht so einfach, da der herzensgute und unverschämt gutaussehende Sportler Chris (Wolfgang Novogratz) Teil ihrer Lerngruppe ist.

 

Kritik: Als Co-Autorin des vielfach preisgekrönten Indie-Hits „Obvious Child“ (2014), der auf einem ebenfalls von ihr mitverfassten Kurzfilm aus dem Jahr 2009 basiert, gelang Karen Maine ein erster Achtungserfolg. Dieses Konzept hat sie dann gleich auf ihr Debüt als Regisseurin und alleinverantwortlich Autorin übertragen. 2017 drehte sie einen 11-minütigen Kurzfilm „Yes, God, Yes“, mit dem sie die Finanzierung ihres Spielfilms sicherstellte. Zwei Jahre später feierte die Tragikomödie mit ihrer (auch nur 77 Minuten andauernden) Langfassung ihr Festival-Debüt. Ein Jahr darauf hat es der Film auch zu uns geschafft.

 

Huch, was ist denn da im Internet los? (© Capelight Pictures)

Huch, was ist denn da im Internet los? (© Capelight Pictures)

 

Der mit Zusatztitel etwas sperrig und albern betitelte „Yes, God Yes – Böse Mädchen beichten nicht“ ist eine sympathische Coming-of-Age-Geschichte um eine junge Frau, die erstmals die moralischen Vorgaben ihrer Umwelt hinterfragt. Maine ist weder auf Schenkelklopfer-Pointen noch auf eine überbordende Dramaturgie aus. Viel mehr liefert sie einen erfrischend ehrlichen Film, der sich mit stets präsenten Themen wie Heuchelei, der Macht von Gerüchten und eben Prüderie aus der Sicht einer glaubhaften Jugendlichen auseinandersetzt.

Selbst wenn der Film etwas zahm bleibt, kann er sich auf eine tolle Hauptdarstellerin verlassen. Die hauptsächlich aus „Stranger Things“ bekannte Natalia Dyer ist Herz und Seele des Geschehens und unterstreicht mit einem charmanten, abwechslungsreichen Auftritt ihr großes Potenzial. An ihrer Seite sorgen weitere talentierte Jungschauspieler wie Francesca Reale, Wolfgang Novogratz und Alisha Boe („Tote Mädchen lügen nicht“) dafür, dass der Film nicht zur reinen Dyer-Show wird.

Selbst wenn dem Erstling von Karen Maine die ganz großen Gesten und Momente abgehen, ist „Yes, God Yes – Böse Mädchen beichten nicht“ ein durchaus smarter und gut gespielter Jugendfilm, der leicht zugängliche Unterhaltung mit einer unaufdringlichen, nachvollziehbaren Botschaft kombiniert.

3,5 von 5 Punkten


Quelle: Capelight Pictures, LeinwandreporterTV, YouTube

Yes, God, Yes - Böse Mädchen beichten nicht

Originaltitel:Yes, God, Yes
Regie:Karen Maine
Sprecher:Natalia Dyer, Timothy Simons, Alisha Boe
Genre:Drama, Komödie
Produktionsland/-jahr:USA, 2019
Verleih:Capelight Pictures
Länge:77 Minuten
FSK:ab 12 Jahren
Kinostart:wird noch bekannt gegeben

Mehr Informationen findet ihr auf der Seite von Capelight Pictures

Verfasst von Thomas.

Zuletzt geändert am 05.11.2020
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