Review: Antebellum (Blu-ray)

Das Blu-ray-Cover von "Antebellum" (© Leonine Distribution)

Das Blu-ray-Cover von „Antebellum“ (© Leonine Distribution)

Inhalt: Auf einer brutal geführten Plantage quälen stets anwesende Südstaaten-Soldaten die dortigen Sklaven bis aufs Blut. Eden (Janelle Monáe, „Hidden Figures – Unerkannte Heldinnen“) ist für ihre Leidensgenossen ein absolutes Vorbild, beginnt aber nach einem Zwischenfall, an der eigenen Stärke zu zweifeln. Irgendwann landet sie an einem Punkt, an dem es keinen Rückweg mehr gibt.

Bestseller-Autorin Dr. Veronica Henley (Janelle Monáe) setzt sich in ihren Büchern mit Gleichberechtigung und modernem Rassismus auseinander. Während sie von Teilen der Bevölkerung bewundert wird, macht sie sich ein paar mächtige Feinde.

 

Kritik: Das Thema Rassismus ist in der amerikanischen Gesellschaft nicht erst seit dem Aufkeimen der „Black Lives Matter“-Bewegung und der Präsidentschaft von Donald Trump fast allgegenwärtig. Im Kino führte das zu so unterschiedlichen Werken wie dem Historiendrama „12 Years A Slave“, der Gesellschaftsstudie „Moonlight“ und der Horror-Satire „Get Out“ – aber auch zu einer ganzen Reihe an fehlgeleitetem Oscar-Bait. Die Spielfilm-Debütanten Gerard Bush und Christopher Renz basieren ihr Werk auf einem Albtraum, den Bush erlebt hat. Obwohl dieses Vorgehen mindestens grenzwertig klingt, ist „Antebellum“ ein Film, der durchaus eigene Wege geht. Dabei lohnt es als Zuschauer, sich vorab möglichst wenig über den Film zu informieren.

Eden kämpft gegen ihre Peiniger (© Leonine Distribution)

Eden kämpft gegen ihre Peiniger (© Leonine Distribution)

Bush und Renz erzählen eine Geschichte, die sich nach einer morbide-schönen Einleitungssequenz überraschend vielseitig entwickelt. Dabei gelingt es, einen schmerzhaften Blick in die Vergangenheit mit einem einer zeitgemäßen Gegenwartsabrechnung zu verbinden, ohne dem Zuschauer dabei zu bemühte Metaphern um die Ohren zu hauen. Darüber hinaus funktioniert der Film auch als wendungsreicher und spannender Thriller.

Das Zentrum dieser sicherlich polarisierenden Produktion ist Janelle Monáe, die in einem durchaus anspruchsvollen Part das Geschehen zusammenhält. An ihrer Seite sorgen unter anderem Kiersey Clemons („Flatliners“) und Gabourey Sidibe („Flatliners“) für weitere schauspielerische Qualität. Als Gegenspieler zeigen sich Jack Huston („Above Suspicion“), Jena Malone („The Neon Demon“) und Eric Lange („Wind River“) von ihrer fiesesten Seite.

„Antebellum“ ist ein kleiner, böser Rassismus-Thriller, der mehr Jordan Peele als Steve McQueen bietet und mit der ein oder anderen durchaus eindringlichen Überraschung nachhaltig im Gedächtnis bleibt.

Captain Jasper uns seine Männer kennen keine Skrupel (© Leonine Distribution)

Captain Jasper uns seine Männer kennen keine Skrupel (© Leonine Distribution)

Der Film ist ab dem 18.12.2020 auf DVD, Blu-ray und 4K UHD erhältlich.

4 von 5 Punkten

 

Bild: Trotz seiner schweren Themen ist „Antebellum“ ein schön anzusehender Film. Schon in der spektakulären Eröffnungsszene wird (auch ohne UHD) in allen Belangen tolle Qualität geboten. Schärfe und Detaildarstellung sind abgesehen von ein paar unsauberen, verrauschten Momenten klasse. Die Farben sind satt, kräftig und natürlich. Kontraste und Schwarzwert wurden gut eingestellt. Abgesehen von dem erwähnten Rauschen gibt es keine Bildprobleme.

4,5 von 5 Punkten

Ton: Der deutsche und der englische DTS-HD MA 5.1-Ton bieten zwar kein Effekt-Feuerwerk, punkten aber dennoch mit guter Räumlichkeit. Gerade bei den Außenszenen auf der Plantage werden die äußeren Boxen gut einbezogen. Auch der Score kann diesbezüglich punkten. Dazu sind die Dialoge immer gut priorisiert und klar verständlich.

4 von 5 Punkten

Extras: Die Featurettes „The History in Front of Us“ (63 Minuten) und „A Hint of Horror“ (6 Minuten), ein Beitrag über die Startsequenz von „ Antebellum“ (5 Minuten) sowie ein paar entfernte Szenen (8 Minuten), Interviews mit Janelle Monáe und den Regisseuren (14 Minuten) und Trailer komplettieren die Blu-ray.

4 von 5 Punkten

Gesamt: 4 von 5 Punkten


Quelle: Leonine, LeinwandreporterTV, YouTube

Antebellum

Originaltitel:Antebellum
Regie:Gerard Bush, Christopher Renz
Darsteller:Janelle Monáe, Jena Malone, Jack Huston
Genre:Horror, Thriller
Produktionsland/-jahr:USA, 2020
Verleih:Leonine Distribution
Länge:106 Minuten
FSK:ab 16 Jahren

Mehr Informationen findet ihr auf der Seite von Leonine Distribution

Verfasst von Thomas.

Zuletzt geändert am 16.12.2020
Review: Antebellum (Blu-ray)

7 comments on “Review: Antebellum (Blu-ray)”

  1. Ralph Antworten

    Hallo Thomas!
    Deine Kritik finde ich gut geschrieben – für mich bleibt nur eine Frage offen: sind die Extras untertitelt?
    Ich kenne bisher keinen Heimkino-Veröffentlichung von LEONINE, bei der außer den Filmen selber irgendwas untertitelt wurde;
    weder beim letzten „Rambo“ noch bei „Knives Out“ oder „21 Bridges“. Wie sieht es hier aus?
    Und falls LEONINE weiterhin in dieser Hinsicht enttäuscht und sich so kundenunfreundlich verhält, so finde ich, sollte man diesen Umstand in die Bewertung der Blu-ray oder UHD unbedingt einfließen lassen und gebührend berücksichtigen. Ich finde es hochgradig unfair auf die Untertitelung von Bonusmaterial zu verzichten und dann noch nicht mal auf dem Cover darauf hinzuweisen.

    DIe Firma anzuschreiben, bringt auch leider nichts – als Antwort bekam ich nur ein lapidares „Das wird uns so angeliefert.“ – Das ist doch ein lächerliches Argument! Wenn sie ihren Kunden Untertitel anbieten wollten, dann könnten sie es doch machen, genau so wie es andere Firmen wie Capelight oder Turbine es ebenfalls können. Ich finde diese ganze Art von LEONINE arrogant.

    Ich denke, es ist auch im Interessen der anderen Leserinnen und Leser deiner Website, wenn man in Zukunft LEONINE-Produkte auch im Hinblick auf Kundenfreundlichkeit unter die Lupe nimmt.

    Freundliche Grüße

    Ralph

    • Thomas Antworten

      Hallo Ralph, vielen Dank für dein Feedback. Das ist tatsächlich ein Punkt, den ich bislang noch nicht beachtet habe und der für viele Film fans durchaus wichtig ist. Ich werde nach Feierabend von meinem Erstjob mal schauen und mich bezüglich der Untertitel noch mal melden.

      Apropos Leonine: Bitte nicht deren Inhaltsangabe zum Film lesen, wenn du dir nicht die Wendungen versauen möchtest (diesbezüglich hab ich denen geschrieben).

      Beste Grüße
      Thomas

    • Thomas Antworten

      Hallo Ralph,
      ich konnte die Disc inzwischen noch einmal in den Player legen. Es sind tatsächlich keine Untertitel beim Bonusmaterial (was den Genuss eines 60-Minuten-Featurettes für Leute, die nicht fließend Englisch sprechen, natürlich minimiert). Ich werde zukünftig darauf achten, diesen Punkt in meinen Heimkino-Vorstellungen zu erwähnen.

      Alles Gute und beste Grüße
      Thomas

  2. Ralph Antworten

    Hallo Thomas,
    vielen Dank für deine rasche Antwort und deine aufgeschossene Reaktion. Und danke für die Warnung :-)

    Alles Gute und mach bitte so gut weiter (ich lese deine Seite sehr gerne)!

    Viele Grüße,
    Ralph

    • Thomas Antworten

      Hallo Ralph,
      sehr gerne und danke für das Kompliment. Tut immer gut, so ein Feedback zu bekommen. Ich werde mich bemühen, dem (weiter) gerecht zu werden.

      Beste Grüße
      Thomas

  3. Ralph Antworten

    Ich habe nun den Film gesehen und kann bestätigen, dass „Antebellum“ ein sehr sehenswerter und spannend inszenierter Thriller ist. Er beeindruckt auch auf der visuellen Ebene, so zum Beispiel mit der langen Kamerafahrt über eine Südstaaten-Plantage zu Beginn des Films oder auch gegen Ende mit starken Zeitlupen-Aufnahmen. Dem beeindruckenden Opening Shot des Films widmet sich ein extra Featurett, was aber bedauerlicherweise nicht untertitelt ist – so wie das ganze, ausführliche Making Of. Was die beiden Regisseure also zum Opening Shot oder zu anderen Aspekten der Produktion zu sagen haben, wird sich nur Leuten mit ausreichenden Sprachkenntnissen erschließen.

    • Thomas Antworten

      Super, da sind wir uns ja einig. Der FIlm geht ein paar RIsiken ein, die für mich voll aufgehen + dieser tolle Look.

      Wie du erwähntest, ist es natürlich schade, dass Leonine da bei den Extras keine sprachliche Unterstützung in Form von Untertiteln gibt.

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