Review: Quigley der Australier (Mediabook)

Das Mediabook-Artwork von "Quigley der Australier" (© Capelight Pictures)

Das Mediabook-Artwork von „Quigley der Australier“ (© Capelight Pictures)

Inhalt: In den USA ist Scharfschütze Matthew Quigley (Tom Selleck) mit seinem maßgefertigten Gewehr längst eine Legende. Nun zieht es ihn nach Australien, wo er für den Großgrundbesitzer Elliott Marston (Alan Rickman, „Eye in the Sky“) Dingos erschießen soll. Nachdem Quigley, verwundert durch die exorbitante Bezahlung, seine genaue Tätigkeit hinterfragt, wird schnell klar, dass er für Marston Aborigines jagen muss. Als er sich weigert, den Job anzutreten, wird er mit der exzentrischen Cora (Laura San Giacomo) in der Wüste ausgesetzt und zum Sterben zurückgelassen. Doch die beiden sind zäher als erwartet. Sie stellen sich auf die Seite der australischen Ureinwohner und Quigley bringt sein Gewehr gegen Marstons Leute in Stellung.

Kritik: Nach acht Jahren war Tom Sellecks Erfolgs-Serie „Magnum“ gerade zu einem Ende gekommen, als er 1990 die Hauptrolle in diesem australischen Western von Simon Wincer übernahm. Die Original-Idee – die noch in den Siebzigern Steve McQueen für die Hauptrolle vorsah – lag viele Jahre in einer verstaubten Ecke, ehe der Film doch noch das Licht der Welt erblickte. Es ist selten ein gutes Zeichen, wenn eine Geschichte derart lang auf seine Umsetzung warten muss. Zum Glück ist „Quigley der Australier“ ein absolut zeitloser Western, dessen größte Besonderheit im veränderten Setting liegt. Ansonsten bleibt die Geschichte, in der sich ein Einzelgänger gegen die Ungerechtigkeit und einen übermächtigen Gegner einsetzt.

Quigley und "Crazy Cora" werden zum unfreiwilligen Gespann (© Capelight Pictures)

Quigley und „Crazy Cora“ werden zum unfreiwilligen Gespann (© Capelight Pictures)

Gepaart mit schönen Naturaufnahmen, sympathischen Figuren und einem launig-temporeichen Erzählton, der sich auch nicht scheut, ernste und schmerzhafte Themen anzusprechen, lässt sich schnell erklären, weshalb dieser Film auch 29 Jahre nach seinem Release noch so viele Fans hat. So gelingt es, Rassismus und unvorstellbare Gewalt in einen scheinbar leicht verdaulichen Kontext zu verfrachten, den Inhalten dabei aber gerecht zu werden. So wirkt die überzeichnete „Crazy Cora“ lange Zeit eher albern, bis man die grausige Hintergrundgeschichte zu ihr erfährt.

Tom Selleck war in den späten 80ern ein echter Star, was man ihm hier auch deutlich anmerkt. Seine aufrichtig coole Ein-Mann-Armee Quigley sorgt für enormen Unterhaltungswert. Laura San Giacomo gelingt es, ihrer Figur, die schnell lächerlich geworden wäre, genau das richtige Maß an Menschlichkeit zu verleihen. Alan Rickman hat überraschend wenig Spielzeit, nutzt die aber, um einen herrlich schmierigen Widerling zu kreieren. Ben Mendelsohn („Captain Marvel“), der aktuell die wohl beliebteste Wahl bei der Besetzung von Bösewichtern in Hollywood-Blockbustern ist, kann hier blutjung und mit rotem Haarschopf als Scherge von Marston bewundert werden.

Auch wenn der Innovationsfaktor von „Quigley der Australier“ schon damals eher beschränkt war, hat sich der Film über die Jahre gut gehalten. Eine kurzweilige Geschichte, die echte Inhalte vermitteln kann, tolle Schauspieler und großartige Landschaftsbilder sorgen dafür, dass dieser Western aus Down Under fast alles aus seinen Möglichkeiten herausholt.

Marston hat finstere Pläne (© Capelight Pictures)

Marston hat finstere Pläne (© Capelight Pictures)

Der Film ist ab dem 22.03.2019 auf DVD und in der 2-Disc-Limited-Edition im Mediabook erhältlich.

4 von 5 Punkten

 

Bild: Der Transfer ist solide, offenbart aber ein paar Probleme. Die Digitalisierung nimmt den tollen Naturaufnahmen sichtbar etwas die Wucht und lässt die Bilder öfters ein wenig matt erscheinen. Schärfe und Detaildarstellung sind bei gut beleuchteten Szenen ordentlich, lassen aber bei den teils sehr verrauschten Nachtszenen etwas zu Wünschen übrig. Die Farbpalette verlässt sich auf sonnige Gelb-, Braun- und Rot-Töne, die das Bild nicht immer natürlich erscheinen lassen. Kontraste und Schwarzwert offenbaren auch gelegentliche Schwierigkeiten, halten aber das solide Gesamtniveau. Auch wenn „Quigley“ sicher kein Beispiel für eine optimale Bild-Restauration bietet, ist das Ergebnis immer noch vorzeigbar.

3 von 5 Punkten

Ton: Neben einer deutschen DTS-HD MA 5.1-Tonspur liegen auf der Blu-ray noch einmal die deutsche und die englische Fassung in PCM 2.0 bei. Die DVD enthält die Synchronfassung in Dolby Digital 5.1 und Dolby Digital 2.0, sowie die Originalversion in Dolby Digital 2.0. Hier ist natürlich vor allem die deutsche HD-Abmischung hervorzuheben, die ein gewisses Maß an Räumlichkeit mitbringt. Gerade die Wiedergabe der Schüsse und der tollen Musik sind diesbezüglich zu erwähnen. Auch die sonstige Hintergrund-Atmosphäre wurde gut abgemischt. Die Dialogwiedergabe ist durchweg problemlos.

4,5 von 5 Punkten

Extras: Das handgezeichnete und leicht raue Cover bringt schon optisch ein gewisses Maß an Nostalgiefaktor mit. Das 24-Seiten-Booklet enthält gewohnt unterhaltsame Texte von Christoph N. Kellerbach, einen Kommentar von Regisseur Simon Wincer und einige Stillshots aus dem Film. Auf den Discs sind neben dem Featurette „Die Wiedergeburt des Westerns“ (7 Minuten) noch Interviews mit Laura San Giacomo (17 Minuten) und dem Waffenexperten Mike Tristano (22 Minuten) sowie einige TV-Spots und Trailer als Bonusmaterial zu finden.

3,5 von 5 Punkten

Gesamt: 4 von 5 Punkten


Quelle: Movieclips Classic Trailers, YouTube

Quigley der Australier

Originaltitel:Quigley Down Under
Regie:Simon Wincer
Darsteller:Tom Selleck, Laura San Giacomo, Alan Rickman, Ben Mendelsohn
Genre:Western, Abenteuer
Produktionsland/-jahr:USA/Australien, 1990
Verleih:Capelight Pictures
Länge:119 Minuten
FSK:ab 12 Jahren

Mehr Informationen findet ihr auf der Seite von Capelight Pictures

Verfasst von Thomas.

 

Zuletzt geändert am 24.03.2019
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