Review: The Nun (Kino)

Das Plakat von "The Nun" (© Warner Bros)

Das Plakat von „The Nun“ (© Warner Bros)

Inhalt: In den frühen 50er-Jahren nimmt sich eine junge Nonne in einem Kloster in Rumänien das Leben. Da es einer von zahlreichen merkwürdigen Fällen in diesem Orden ist, wird der erfahrene Vater Burke (Demián Bichir, „The Hateful 8“) vom Vatikan geschickt, um den Fall zu untersuchen. Zu seiner eigenen Überraschung bekommt er mit Irene (Taissa Farmiga, „In a Valley of Violence “) eine absolute Novizin an die Seite gestellt. Vor Ort findet er schnell heraus, weswegen das Mädchen eine gute Begleiterin sein könnte. Während ihrer Ermittlungen erfahren die beiden, dass das ganze Dorf panische Angst vor bösen Geistern rund um das Kloster hat. Ehe sich Burke und Irene versehen können, sind sie in dem alten Gemäuer gefangen und müssen sich einer wahrhaft diabolischen Kreatur stellen.

Kritik: Als Regisseur James Wan 2013 den Grusel-Horror „Conjuring – Die Heimsuchung“ veröffentlichte, traf er den Nerv der Zeit. Der konventionelle, aber extrem effektive Schocker entwickelte sich zu einem der erfolgreichsten Filme des Jahres. Es war klar, dass in diesem Universum mehr Potenzial für Filme steckte. So folgte 2014 der (inzwischen bereits fortgesetzte) Ableger „Annabelle“. 2016 wurde dann in „Conjuring 2“ eine schaurige Nonne eingeführt. Da diese gut ankam, wurde sie jetzt zur Titelheldin eines eigenen Werkes. Für die Regie wurde Corin Hardy verpflichtet, der mit seinem Debütfilm „The Hallow“ bereits eine nette, kleine Genre-Überraschung landen konnte. Wie sich schnell herausstellt, reicht diese Vorarbeit aber nicht aus, um aus „The Nun“ einen wirklich funktionstüchtigen Horrorfilm zu machen. Viel mehr sorgt ein absurdes Drehbuch von „ES“-Autor Gary Dauberman dafür, dass der Film trotz einiger schöner Aufnahmen unfreiwillig komisch ist.

Das selten gruselige Setting ist übersät von Zufällen und albernen Entscheidungen der Protagonisten, die jeden Versuch, eine wirklich ernste Geschichte zu erzählen, im Keim ersticken. Selbst in der deutlich stärkeren Schlussphase dürften nur wenige Zuschauer dazu in der Lage sein, sich vor der titelgebenden Nonne zu erschrecken. Obwohl der Film in seinem zentralen Gebiet fast auf ganzer Linie scheitert, ist „The Nun“ erstaunlich unterhaltsam. Gerade Phasen, in denen das Geschehen (wie erwähnt nicht ganz freiwillig) die Grenzen zu Selbstparodie überschreitet, sorgen hier für Kurzweil. Wenn dann immer wieder unverdiente Hinweise auftauchen, die den Plot vorantreiben, oder sich die Hauptfiguren durch herzerweichende Naivität immer wieder in Schwierigkeiten bringen, sollte einem großen Teil des Publikums ein Lächeln über das Gesicht huschen.

Dieser Nonne sollte man nicht vertrauen (© Warner Bros)

Dieser Nonne sollte man nicht vertrauen (© Warner Bros)

Es versteht sich fast von selbst, dass auch begabte Schauspieler hier nicht glänzen können. Es ist aber zumindest anerkennenswert, dass weder der vielfach preisgekrönte Demián Bichir, als auch die zweifelsohne talentierte Taissa Farmiga nicht durch den Film schlafwandeln. Trotz vorhandenem Einsatz gelingt es aber keinem von beiden, dem Werk etwas von der dringend gesuchten Ernsthaftigkeit zu verleihen. Der Belgier Jonas Bloquet („Elle“), der den Comic Relief Frenchie gibt, ist tatsächlich die Figur, die noch am ehesten nachvollziehbar handelt.

Obwohl sichtbar Leute beteiligt waren, die ihr Handwerk verstehen, ist „The Nun“ nach dem ersten „Annabelle“ das zweite Werk aus diesem filmischen Universum, das eher am unteren Ende der Qualitätsskala landet. Teils hanebüchene Entscheidungen, die der Prämisse jegliche (Grusel-)Kraft rauben, sorgen auf ureigene Weise dafür, dass der Film einen ganz anderen – komödiantischen – Unterhaltungswert erhält. Gepaart mit einer soliden Inszenierung und ordentlichen Darstellern wird so zumindest gewährleistet, dass sich wohl kaum ein Zuschauer während der 97 Minuten langweilt.

2 von 5 Punkten


Quelle: Warner Bros, Leinwandreporter TV, Youtube

The Nun

Originaltitel:The Nun
Regie:Corn Hardy
Darsteller:Demian Bichir, Taissa Farmiga, Jonas Bloquet
Genre:Horror
Produktionsland/-jahr:USA, 2018
Verleih:Warner Bros Pictures
Länge:97 Minuten
FSK:ab 16 Jahren

Mehr Informationen findet ihr auf der Seite von Warner Bros

Verfasst von Thomas.

Zuletzt geändert am 06.09.2018

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