Review: Ready Player One (Kino)

Das Hauptplakat von "Ready Player One" (© Warner Bros Pictures)

Das Hauptplakat von „Ready Player One“ (© Warner Bros Pictures)

Inhalt: Im Jahr 2045 ist Lebensraum ein knappes Gut, weshalb die meisten Menschen in Wohnsilos hausen. Um dem recht trostlosen Alltag zu entfliehen, sind Videospiele eine willkommene Ablenkung. Das absolute Highlight ist da OASIS, eine virtuelle Welt, die vor etwa 20 Jahren von dem Programmiergenie Halliday (Mark Rylance, „Dunkirk“) entwickelt wurde. Vor fünf Jahren ist Halliday verstorben, hat aber vorher drei Schlüssel in der OASIS versteckt, mit denen der Gewinner zum neuen Inhaber der virtuellen Welt wird. Neben dem Technikriesen IOI, der seit Jahren Angestellte zum Lösen der Aufgaben abstellt, versuchen auch zahlreiche Privatleute, das ultimative Spiel zu gewinnen. Bislang ist es aber noch niemandem gelungen, auch nur einen Schlüssel zu erspielen. Einer der motivierten Kandidaten ist der Teenager Wade (Tye Sheridan, „Mud – Kein Ausweg“), der sich so ein neues Leben aufbauen will.

Tatsächlich gelingt es ihm, das Rennen zum ersten Schlüssel zu gewinnen. Auf einmal ist er der große Superstar der Welt und auch IOI-Firmenchef Sorrento (Ben Mendelsohn, „Dirty Trip – Missisippi Grind“) zeigt reges Interesse, den Jungen zu rekrutieren. Da er den Absichten des großen Unternehmens nicht traut, entschließt er sich, mit Freunden wie Art3mis (Olivia Cooke, „Bates Motel“) gegen den übermächtigen Gegner zu arbeiten. Es entwickelt sich ein Wettkampf, der die Zukunft des ganzen Planeten verändern wird.

 

Kritik: Im Jahr 2010 veröffentlichte Ernest Cline sein Science Fiction-Abenteuer „Ready Player One“. Der mit popkulturellen Referenzen gespickte Vollgas-Spaß wurde zum Mega-Hit und zog jetzt fast folgerichtig eine Verfilmung von der (im Roman häufig erwähnten) Regie-Legende Steven Spielberg nach sich. Auch wenn die Lizenzgebühren für eine Umsetzung der zahllosen Zitate sicher astronomisch war, hat sich dieser Aufwand sicherlich rentiert. Es ist ein Film entstanden, der im Prinzip alles ist, was das Publikum erwarten darf. Zum einen ist „Ready Player One“ ein sensationell anzusehendes Spezialeffekte-Feuerwerk, was genau am Zahn der Zeit ist. Der äußerst abwechslungsreiche, immer homogene Look wird getragen von der wohl besten Verwendung von 3D in den letzten Jahren.

Wade und Art3mis stürzen sich ins Spiel (© Warner Bros Pictures)

Wade und Art3mis stürzen sich ins Spiel (© Warner Bros Pictures)

Der reine Inhalt wird für diejenigen natürlich ungleich vergnüglicher, die sich im Kino der 80er-Jahre etwas auskennen. So gehört beispielsweise eine längere Sequenz im Overlook Hotel aus „The Shining“ zu den herausragenden Momenten im Film. Auch wenn die 138 Minuten Spielzeit ein wenig ausufernd sind, bleiben hier Tempo und Ortswechsel konstant so hoch, dass Durchhänger kaum möglich sind. Der Anspruch, eine wirkliche Auseinandersetzung mit der Nutzung von Medien zu liefern, besteht nicht. Das ist zum einen absolut legitim und hätte darüber hinaus wohl nur dazu geführt, dass dieser reinrassige Crowdpleaser deutlich an Unterhaltungswert eingebüßt hätte. Die Figuren sind nicht sonderlich vielschichtig, funktionieren aber durchweg gut genug.

Er ist die ultimative Legende der neuen Welt (© Warner Bros Pictures)

Er ist die ultimative Legende der neuen Welt (© Warner Bros Pictures)

Tye Sheridan hat schon häufiger bewiesen, dass er zu den interessanten Talenten Hollywoods zählt. Nach einigen größeren Rollen in ambitionierten Indie-Projekten und dem Part als Cyclops in „X-Men – Apocalypse“ zeigt der 21-Jährige, dass er auch eine solche Riesen-Produktion tragen kann. Olivia Cooke, deren rebellische Art3mis den Protagonisten auf den richtigen Weg führen muss, ist gewohnt charmant und sympathisch und wird zum idealen Co-Star. Der äußerst wandlungsfähige Ben Mendelsohn gibt einen wunderbar verschlagenen und schmierigen Gegenspieler. Oscar-Preisträger Mark Rylance zeigt in seinen wenigen Szenen als zwischenmenschlich inkompatible Programmier-Gottheit, dass er wahrscheinlich selbst eine Topfpflanze mit Tiefgang und Intelligenz verkörpern könnte. T.J. Miller („Deadpool“) bekommt als CGI-Kreatur I-ROk ein paar der amüsantesten Momente des Films spendiert. Simon Pegg („Hectors Reise oder die Suche nach dem Glück“) ist in einer kleinen Rolle als Co-Entwickler der OASIS zu sehen.

Selbst wenn ein Stück zu seinen besten Filmen fehlt, ist die Kombination von Spielberg mit „Ready Player One“ erwartet gut gelungen. Temporeich, liebenswert und gespickt mit – teils sehr originellen – popkulturellen Referenzen, gelingt ein tricktechnisch atemberaubender Film, der sein Zielpublikum verzücken dürfte.

4 von 5 Punkten


Quelle: Warner Bros, Leinwandreporter TV, YouTube

Ready Player One

Originaltitel:Ready Player One
Regie:Steven Spielberg
Darsteller:Tye Sheridan, Olivia Cooke, Ben Mendelsohn, Simon Pegg, Mark Rylance
Genre:Science Fiction, Abenteuer, Action
Produktionsland/-jahr:USA, 2018
Verleih:Warner Bros Pictures
Länge:138 Minuten
FSK:ab 12 Jahren
Kinostart:05.04.2018

Mehr Informationen findet ihr auf der Seite von Warner Bros Deutschland

[amazon_link asins=’3596296595,3596702429′ template=’ProductCarousel‘ store=’l0f71-21′ marketplace=’DE‘ link_id=’a13d754f-310f-11e8-91ec-51febe65ea05′]

Verfasst von Thomas.

Zuletzt geändert am 30.03.2018
Review: Ready Player One (Kino)

Leave A Reply

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Wir setzen Google Analytics, einen Webanalysedienst der Google Inc. („Google“) ein. Google verwendet Cookies. Wir setzen Google Analytics nur mit aktivierter IP-Anonymisierung ein.  Mehr Informationen zur Verwendung von Google Analytics finden Sie in unserer Datenschutzerklärung. Diese pseudonymisiert erhobenen Daten helfen uns, ein besser auf das Leser-Interesse abgestimmtes Programm anzubieten. Hier klicken um dich auszutragen.