Review: MEG (Kino)

Das Hauptplakat von "MEG" (© Warner Bros Pictures)

Das Hauptplakat von “MEG” (© Warner Bros Pictures)

Inhalt: Ein U-Boot der Forschungsstation von Milliardär Morris (Rainn Wilson) und dem wissenschaftlichen Leiter Dr. Minway Zhang (Winston Chao, „Skiptrace“) ist auf dem Weg in die absolute Tiefsee, um ein bislang unbekanntes Gebiet mit fremdartigen Spezies zu untersuchen. Es kommt zu einem Unfall, weswegen das Boot bewegungsunfähig auf dem Meeresboden liegen bleibt. Sicherheitschef Mac (Cliff Curtis, „Das Talent des Genesis Potini“) engagiert unter zeitlichem Hochdruck den Rettungsexperten Jonas Taylor (Jason Statham, „Fast and Furious 8“), der sich eigentlich vor Jahren zu Ruhe gesetzt hat. Tatsächlich gelingt es Taylor und Zhangs Tochter Suyin (Bingbing Li, „Guardians of the Tomb“) unter schweren Verlusten, die Crew zu bergen. Doch sie tauchen nicht allein wieder auf: Ein Megalodon – ein über 20 Meter langer und eigentlich seit Million von Jahren ausgestorbener Hai – hat den Weg an die Oberfläche gefunden. Jetzt muss die Crew alles daran setzen, die gigantische Fressmaschine schnellstmöglich auszuschalten.

Kritik: Auch wenn es nicht bei vielen der erste Gedanke sein dürfte: „MEG“ ist tatsächlich eine Romanverfilmung. Schon seit längerem war es geplant, den Steve Alten-Roman aus dem Jahr 1997 mit einer Leinwand-Adaption zu versehen. Nachdem Eli Roth, der seine blutige Vision der Geschichte nicht umsetzen durfte, das Projekt verlassen hatte, wurde Jon Turteltaub als Ersatz engagiert. Der „Das Vermächtnis der Tempelritter“-Regisseur setzte auf Wunsch des Studios eine PG-13- (bzw. FSK 12-)Variante des 150 Millionen US-Dollar teuren Films um, was unter Genre-Fans nicht unbedingt auf Zustimmung stieß. Tatsächlich kann ironischer Tier-Horror auch ohne Tonnen von Kunstblut funktionieren. Das zurückgefahrene Gewaltlevel ist aber nur ein kleines Problem von diesem Film.

Jonas hat ein kleines Problem (© Warner Bros Pictures)

Jonas hat ein kleines Problem (© Warner Bros Pictures)

Der mit 113 Minuten viel zu lange „MEG“ nimmt sich eine gefühlte Ewigkeit, um die Figuren einzuführen. Wenn sympathische, vielseitige oder wenigstens halbwegs interessante Charaktere vorgestellt werden, die sich in brauchbaren Dialogen austauschen, kann auch ein längeres Intro durchaus unterhaltsam sein. Hier dürften sich wohl einige Zuschauer dabei erwischen, schon vor der ersten Einführung dem Hai die Daumen zu drücken. Sobald der Titelheld (oder Titelhai?) dann erst einmal im Geschehen angekommen ist, wird der Film deutlich erträglicher. Ein paar effektive Aufnahmen (die auch schon für den Trailer herhalten durften), etwas solide inszenierte Action und eine Hand voll funktionierender Gags geben dem Publikum zumindest ein wenig Zucker. Erstaunlicherweise sorgt eine Verbindung zum Pixar-Klassiker „Findet Nemo“ für den vielleicht besten Lacher des Films.

Doch gerade im Vergleich zu anderen No-Brain-Späßen wie zuletzt „Rampage – Big Meets Bigger“ schneidet „MEG“ nicht gut ab. So fühlen sich inhaltliche Lücken hier selten wirklich gewollt an. Der Film legt sich offen die eine oder andere Regel (was kann/will der Hai?) zu, bricht diese aber immer, wenn es der Handlung hilft. Gemischt mit den zahllosen Klischees und Kitsch-Momenten kann den Autoren hier schon ein gewisses Maß an Faulheit zugeschrieben werden.

Das Forschungs-Team braucht dringend einen Plan (© Warner Bros Pictures)

Das Forschungs-Team braucht dringend einen Plan (© Warner Bros Pictures)

Bei dem gegebenen Material dürften sich wohl kaum Darsteller der Illusion hingegeben haben, in näherer Zeit einen Preis zu gewinnen. Natürlich sind die Hintergrundgeschichte und die Begründung für die Rückkehr in den Job von Hauptfigur Jonas schon fast lachhaft generisch. Jason Statham hat aber genug Star-Power, um mit einem souveränen Auftritt die deutlich brauchbarste Rolle im Film zu spielen. Bingbing Li ist im Moment eine Stammbesetzung bei Hollywood-Produktionen, die mit einem deutlichen Blick auf den chinesischen Markt entwickelt worden sind. Als Meeres-Forscherin/Love Interest ist sie immer passabel, ohne auf irgend eine Art hervorzustechen. Die kurioseste Fehlbesetzung dürfte wohl Ex-Model Ruby Rose („John Wick – Kapitel 2“) gewesen sein, der das Publikum eine Stararchitektin abnehmen soll. Da sie ansonsten ihren taff-coolen Standardpart spielt, wäre ein anderer Rollen-Hintergrund vielleicht wünschenswert gewesen. Rainn Wilson wirkt als egozentrischer Multi-Milliardär auch eher deplatziert. Der oft so gute Cliff Curtis ist komplett verschwendet. Der Rest des Casts beschränkt sich darauf, Kandidat für Fischfutter zu sein.

Wenn sich dann der Hai in der späteren Phase einen Strand-Snack gönnt und viele Zuschauer unweigerlich an den Splatter-Spaß „Piranha 3D“ erinnert werden, fällt der fehlende Blutgehalt doch noch ins Gewicht. Insgesamt bleibt „MEG“ eine ziemlich Enttäuschung. Nur vereinzelt liefert der Film die erhoffte Unterhaltung. Ansonsten sorgt vor allem ein wenig durchdachtes Drehbuch voller Klischees, selbstgeschaffener Plot-Löcher und teils furchterregender Dialoge dafür, dass der Film sicherlich wie die teuerste Billig-Produktion des Jahres wirkt.

2 von 5 Punkten


Quelle: Warner Bros, Leinwandreporter TV, YouTube

MEG

Originaltitel:The Meg
Regie:Jon Turteltaub
Darsteller:Ruby Rose, Jason Statham, Rainn Wilson
Genre:Horror, Action
Produktionsland/-jahr:USA/China, 2018
Verleih:Warner Bros Pictures
Länge:113 Minuten
FSK:ab 12 Jahren

Mehr Information findet ihr auf der Seite von Warner Bros Pictures

Verfasst von Thomas.
Zuletzt geändert am 09.08.2018
Review: MEG (Kino)

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