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Review: Cannibal Inferno (Blu-ray)

Das Blu-ray-Cover von “Cannibal Inferno” (Quelle: Tiberius Film)

Inhalt: Der Privat-Ermittler Jack Steele (Larry Gamber) wird gemeinsam mit seinem Sohn Billy (Peter Crates) von einem reichen Geschäftsmann (Patrician Rosa) gebucht, um mit ihm auf einer einsamen Südsee-Insel den Schatz von Marco Polo zu finden. Kaum auf dieser Insel angekommen, machen sie Bekanntschaft mit einem rückständigen Kannibalen-Stamm, der immer auf der Suche nach neuer Nahrung ist. Während einige andere Personen auf der Insel schnell zu Opfern der Kannibalen werden, treffen Jack und die anderen auf einen merkwürdigen Einsiedler, der seit vielen Jahren auf der Insel haust und das Geheimnis der Menschenfresser entdeckt hat. Schon bald ist er die letzte Hoffnung der Schatzsucher, die eigene Haut zu retten.

Kritik: „Der verbotene Kultfilm endlich auf Blu-ray“. So titelt es auf dem makaber-schicken Cover von „Cannibal Inferno“. Tatsächlich erfreut sich die ungeschnittene Version dieses Filmes über eine Indizierung in zahlreichen Ländern. Gleich zu Beginn erfolgt eine Warnung vor den verstörenden Inhalten und eine Geschichte rund um die strafrechtlichen Folgen, die die „realen“ Aufnahmen für den Regisseur Antonello Giallo (was ein Name :-) ) hatten.

Giallo ist der Alter Ego des amerikanischen Regisseurs Mark Colgrove, der im Jahr 2008 diese Hommage an das Kannibalen-Exploitation-Kino der 70er und 80er-Jahre gedreht hat. Vor allem der bis heute (zu Recht umstrittene) „Cannibal Holocaust“ wird in diesem Film munter zitiert. So ist es wenig verwunderlich, dass diese erstmalige deutsche HD-Auswertung des Filmes wieder stolze sechs Minuten auf dem Schnitttisch zurückgelassen hat. So bleibt die Gewalt nur angedeutet und der Rest des Materials ist vor allem eines: Trash der übelsten Sorte.

Bier und bitte viel davon

Schon zu Beginn merkt man schnell, was hier Trumpf ist: Merkwürdige Figuren in unfassbar albernen Outfits (Propeller-Mütze!!!) und mit künstlichen Bärten führen die am weitesten von Lippen-Synchronität entferntesten „Dialoge“, die seit langer Zeit zu hören waren. Die quäkigen oder viel zu dunklen deutschen Stimmen schaffen es aber recht souverän, von den schaurigen Outfits abzulenken. Erstaunlich ist, das selbst die englische Fassung mit voller Kraft an der Synchronität vorbei zielt. Nachdem man dann die ersten Szenen auf der Insel gesehen hat, drängt sich zumindest auf, das Jochen Tauberts „Piratenmassaker“ gar nicht so schlecht gewesen ist. Dämliche Gespräche wechseln sich ab mit mies gefilmten Naturaufnahmen und den (hier wie erwähnt nur angerissenen) Gewaltexzessen. Dabei schafft es Colgrove mit seinem bis dahin schon so toll unter Beweis gestellten Gespür für eine gute Regie-Arbeit, gleichermaßen rassistisch, sexistisch und homophob zu sein, ohne den Zuschauer mit so etwas wie auch nur halbwegs zündendem Humor oder einer Handlung zu belästigen.

Beispiel für die Herangehensweise von „Isle of the Damned“ (so der richtige Titel, der nicht so Marketing-affin an den letzten Film von Eli Roth angeglichen wurde)? Wenn der (stets wild grunzende) Kannibalen-Stamm einen Gefangenen macht, den sie für feige halten, wird dieser entsprechend eines alten Rituals von allen Kriegern anal vergewaltigt. Weitere Kommentare an dieser Stelle sind dann wohl nicht nötig. Alkohol ist beim „Genuss“ dieses Films nicht nur eine Möglichkeit, den Film spaßiger zu gestalten. Es ist die einzige Möglichkeit, dieses Machwerk ohne Folgeschäden zu überstehen.

Es gibt sicherlich einige Fans von Hardcore-Trash, die in „Cannibal Inferno“ tatsächlich den auf dem Cover erwähnten Kultfilm sehen. Tatsächlich gibt es an dem Film nichts, was auch nur irgendwie als halbwegs gelungen bezeichnet werden dürfte. Das ist auf seine Art auch schon wieder eine Kunstform, ändert aber nichts daran, dass dieser krude und ausgesprochen primitive Horror-Comedy-Blödsinn für die meisten Zuschauer schlicht und ergreifend unerträglich sein dürfte.

Der Film ist ab dem 04.09.2014 auf DVD und Blu-ray erhältlich.

1 von 5 Punkten

 

Bild: Die miserable Optik ist eigentlich komplett geglückt und das beste an diesem Film. Mit verwaschenen Farben, massenhaften Bildfehlern und einer meist nicht einmal durchschnittlichen Bildschärfe gelingt hier eine ordentliche Verneigung vor dem Exploitation-Kino, in das man sich visuell herein versetzt fühlt. Dazu kommt sogar manchmal etwas HD-Feeling auf.

3 von 5 Punkten

Ton: Der englische und der deutsche DTS-HD MA 2.0-Ton besticht (abgesehen von der fehlenden Synchronität) auch nicht gerade durch Qualität. Die Dialoge sind zwar immer verständlich, klingen aber recht dumpf und blechern. Die Hintergrundgeräusche und der Score bestechen außerdem auch nicht gerade durch Dynamik. Das passt zwar wie das Bild zu den Vorbildern der 70er-Jahre, hört sich aber deswegen nicht besser an.

2 von 5 Punkten

Extras: Bis auf einige Trailer gibt es keinen Bonus auf dieser Blu-ray.

1 von 5 Punkten

Gesamt: 1,5 von 5 Punkten


Quelle: Tiberius FIlm, Leinwandreporter TV, YouTube

Cannibal Inferno

Originaltitel:Isle of the Damned
Regie:Mark Colgrove
Darsteller:Jared Brooks, Chris Brenza, Peter Crates
Genre:Horror/Komödie
Produktionsland/-jahr:USA, 2008
Verleih:Tiberius Film
Länge:76 Minuten
FSK:ab 18 Jahren

Verfasst von Thomas.

Zuletzt geändert am 04.09.2014
Cannibal Inferno (Blu-ray)

Thomas

"Alle bleiben cool! DU - bleib cool!" (Seth Gecko,"From dusk till dawn")

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