Das Blu-ray-Cover von “Thin Ice” (Quelle: Universal Pictures)
Inhalt: Als Versicherungsagent ist Mickey Prohaska (Greg Kinnear, „Wer’s glaubt, wird selig – Salvation Boulevard“) bei weitem nicht die große Nummer, die er darstellen möchte. Er ist überzeugt, dass es in seinem Job nur darum geht, gute Geschichten erzählen zu können, die Leute in Panik versetzen. Im verschneiten Wisconsin kommt er trotzdem eher schlecht als recht über die Runden und hat dabei sogar Schulden bei seiner Noch-Ehefrau (Lea Thompson, „Zurück in die Zukunft“), die er unbedingt zurück erobern möchte. Als er dann bei dem kauzigen Rentner Gorvy (Alan Arkin, „Wie ausgewechselt“) für eine Beratung vorbei kommt, sieht er seine Chance auf das schnelle Geld: Gorvy besitzt eine Geige, die unglaublich wertvoll sein soll. Jetzt muss diese Geige nur noch gestohlen werden. Leider sucht er sich mit dem aggressiven Alarmanlagen-Mechaniker Randy (Billy Crudup, „Watchmen“) genau den falschen Partner. Schon bald fließt dann das erste Blut.
Kritik: Im Jahr 2011 drehte Jill Sprecher („Clockwatchers“) mit dieser Krimi-Komödie ihren dritten Film in 15 Jahren. Handlungstechnisch bewegt sich diese Indie-Produktion ganz klar im Fahrwasser des Coen-Klassikers „Fargo“. Auch hier geht es um einen alltäglichen Langweiler, der durch eine kriminelle Aktion zum großen Geld kommen möchte und so sein ganzes Leben verpfuscht. Handwerklich ist der Film auch absolut fehlerlos inszeniert. Der Geschichte fehlt es aber deutlich an Pep, um 93 Minuten gut zu unterhalten. „Thin Ice“ ist weder besonders spannend noch wirklich amüsant. Die Geschichte plätschert eher vor sich hin und taut erst in den letzten 10 Minuten etwas auf. Hier wird einfach zu viel über Sachen geredet, die den Zuschauer nicht berühren. Dazu ist der Krimi-Plot (auch dank des übergroßen Vorbildes) sehr vorhersehbar.
Gute Schauspieler versuchen alles
Greg Kinnear spielt den gebeutelten Versicherungsagenten Mickey (Quelle: Universal Pictures)
Die fehlenden Qualitäten des Drehbuchs stehen einer ganzen Reihe von eigentlich gut gemachten Anteilen des Filmes gegenüber. Der Regisseurin kann wirklich nur der Vorwurf gemacht werden, dass sie als Co-Autorin am Buch beteiligt war. Die Schauspieler liefern sogar überdurchschnittliche Leistungen ab. Greg Kinnear ist als egomaner Versicherungsverkäufer mit Zukunftsambitionen, die bald Verzweiflung weichen, in einer Paraderolle zu bewundern. Auch Alan Arkin, der scheinbar von Jahr zu Jahr besser geworden ist, macht hier wirklich Freude. Wie er den alten, eigenwilligen Gorvy mimt, der mit seinen Marotten der Umwelt auf den Nerv fällt, ist großes Kino. Billy Crudup komplettiert als aufbrausender, brutaler Randy mit ebenfalls überzeugendem Schauspiel die Hauptbesetzung. Diese Stärken schaffen es aber nicht, darüber hinwegzutäuschen, dass der Film schlicht und ergreifend nicht packend ist und sich dazu zahlreichen Klischees bedient.
„Thin Ice“ ist kein schlechter Film. Erkennbar ist hier eine ganze Reihe von guten Schauspielern und eine nicht untalentierte Regisseurin am Werk. Da der Geschichte aber Ecken, Kanten und besondere Einfälle komplett abgehen, hinterlässt diese Crime-Comedy einen eher faden Eindruck
Der Film ist ab dem 10.10.2013 auf DVD und Blu-ray erhältlich.
2,5 von 5 Punkten
Da muss eine Leiche entsorgt werden (Quelle: Universal Pictures)
Bild: Die Blu-ray bietet kein überragendes, aber auf jeden Fall ein zufriedenstellendes HD-Bild. Die Schärfe ist nicht immer auf höchstem Niveau, aber gerade bei den Nahaufnahmen wird ein sattes, detailreiches Bild geboten. Auch die Kontraste sind auf gutem Level. Der Schwarzwert ist auf ziemlich gutem Niveau. Die Farben sind in tristen Blau- und Grautönen gehalten, wodurch natürlich keine lebensechten Farben entstehen, da die Töne in den meisten Fällen etwas hell wirken, was aber ein bewusstes Stilmittel war. Kompressionen und Artefakte sind kaum zu erkennen.
3,5 von 5 Punkten
Ton: Die englische Tonspur liegt in einer verlustfreien DTS-HD MA 5.1-Fassung vor. Die deutsche Fassung in DTS 5.1 kann da nicht mithalten. In beiden Fällen sind die Dialoge gut verständlich. Der Geigen-lastige Score und einige Hintergrundgeräusche wurden gut abgemischt. Allerdings ist die Dynamik in der englischen Fassung deutlich besser. Insgesamt in beiden Fällen eine solide Tonspur, die einem Indie-Film gerecht wird.
3 von 5 Punkten
Extras: Ein überraschend ausführliches und sehenswertes „Behind the Scenes“ (28 Minuten) und einige entfernte Szenen (5 Minuten) ergänzen den Film auf passablem Level.
3 von 5 Punkten
Gesamt: 3 von 5 Punkten
| Originaltitel: | The Convincer |
| Regie: | Jill Sprecher |
| Darsteller: | Greg Kinnear, Billy Crudup, Alan Arkin |
| Genre: | Komödie, Komödie |
| Produktionsland/-jahr: | USA, 2011 |
| Verleih: | Universal Pictures |
| Länge: | 93 Minuten |
| FSK: | ab 12 Jahren |
| Offizielle Homepage zum Film: | Der Internetauftritt von"Thin Ice" |
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