Review: The Purge – Die Säuberung (Kino)

Das Kinoplakat von "The Purge - Die Säuberung" (Quelle: Universal Pictures Germany)

Das Kinoplakat von „The Purge – Die Säuberung“ (Quelle: Universal Pictures Germany)

Inhalt: USA, Jahr 2022: Aufgrund immer höher werdender Kriminalität hat die Regierung die Reißleine gezogen und den „Purge Day“ eingeführt. An diesem einen Tag im Jahr dürfen alle Amerikaner für zwölf Stunden jede Art von Gewaltverbrechen begehen, ohne dafür bestraft zu werden. Dieses Ventil hat dafür gesorgt, dass die Kriminalitätsrate im Rest des Jahres drastisch gesunken ist.

James Sandin (Ethan Hawke) ist dank dieses Tages mit dem Verkauf von Sicherheitsanlagen reich geworden. Er lebt mit seiner Frau Mary (Lena Headey, „Game of Thrones“), seiner Tochter Zoe (Adelaide Kane) und seinem Sohn Charlie (Max Burkholder) in einer stattlichen Villa die in einer guten Wohngegend liegt. Sie selbst beteiligen sich nicht an „der Säuberung“ und schließen sich wie jedes Jahr auch dieses Mal hinter massiven Stahltoren ein. Als während der Nacht ein hilfesuchender Obdachloser (Edwin Hodge, „Red Dawn“) vor der Tür der Sandins steht und der überforderte Charlie ihm Unterschlupf gewährt, beginnt ein Albtraum: Ein Gruppe von Studenten, die den Obdachlosen gejagt hatten, positionieren sich um das Haus und verlangen die Herausgabe des von ihnen auserkorenen Opfers. Ihr Anführer (Rhys Wakefield) versichert dabei glaubhaft: Entweder sie geben den Mann heraus, oder sie sind alle dem Tode geweiht.

 

James und Mary schmieden Pläne (Quelle: Universal Pictures Germany)

James und Mary schmieden Pläne (Quelle: Universal Pictures Germany)

Kritik: Vier Jahre nach seinem soliden Debüt „Staten Island“ schrieb James deMonaco jetzt das Drehbuch zu seiner zweiten Regie-Arbeit. Diese äußerst finstere Zukunftsvision jagt schon zu Beginn den ein oder anderen Schauer über den Rücken und bietet gesellschaftssatirisch tolle Ansätze. Dabei ist es vor allem beachtlich, dass der Film mit einem Mini-Budget von 3 Millionen US-Dollar gedreht wurde und komplett in einem Haus einschließlich Vorgarten spielt. Die Fernseh-Moderatoren erzählen von der nächsten Mordjagd so euphorisch, als ob es sich um die anstehende Fußball-WM dreht. Die schrecklich überzogen grinsende Nachbarin (Arija Bareikis) kommt mit Keksen vorbei und philosophiert über ihre nächste „Purge“-Party. Und im Zentrum die Vorzeige-Familie: Der erfolgreiche strahlende Vater, seine tolle, loyale Frau mit Ausstrahlung und Rückgrat, die bildhübsche Tochter, die darüber hinaus eine begabte Pianistin ist und der Jüngste, der schon eigene Roboter konzipiert. Eine Familie wie aus dem Bilderbuch.

DeMonaco zieht die eigenen Vorgaben nicht konsequent durch

Dieser charmante Geselle möchte seinen "Purge-Day" voll auskosten (Quelle: Universal Pictures Germany)

Dieser charmante Geselle möchte seinen „Purge-Day“ voll auskosten (Quelle: Universal Pictures Germany)

Das die Idee mit dem „Purge Day“ nicht ganz ausgereift war (warum wird nur gemordet, wenn ALLE Verbrechen nicht bestraft werden) ist dabei nicht allzu dramatisch zu sehen. Eigentlich bestanden die perfekten Voraussetzungen, um diese allzu perfekte Truppe schwarzhumorig zu leiden zu lassen. Stattdessen entscheidet er sich dafür, die Geschichte zu einer Home-Invasion-Massenware abrutschen zu lassen, von deren Art es jedes Jahr einige zu sehen gibt. Spätestens wenn die Studenten in das Haus einbrechen und in jeder zweiten Szene jemand erschossen wird, der gerade jemand anderen töten wollte, muss man sich hier einen Gähner verkneifen. Auch die innere Logik und das schlüssige Handeln einiger Charaktere wird hier komplett über Bord geworfen. In einem netten Finale findet er aber zurück auf die satirischen Pfade vom Anfang.

Zoe hat Angst, entdeckt zu werden (Quelle: Universal Pictures Germany)

Zoe hat Angst, entdeckt zu werden (Quelle: Universal Pictures Germany)

Nachdem Ethan Hawke mit dem Überraschungs-Hit „Sinister“ an alte Erfolge anknüpfen konnte, spielt er hier einen souveränen Part als Familienoberhaupt. Lena Headey ist immer so gut, wie es die Rolle zulässt. Leider darf sie hier nur selten ihre boshafte, fiese Seite zeigen, die sie in „Game of Thrones“ oder „Judge Dredd“ so ausgezeichnet hat, weswegen ihr Auftritt hier eher unauffällig ist. Gleiches gilt für die grundsoliden Schauspielleistungen von den „Kindern“ Adelaide Kaine und Max Burkholder. Rhys Wakefield erinnert mit seinem überzogenen Auftritt als Oberbösewicht, der mit Charme und Höflichkeit seine sadistischen Pläne ausführt, an die Protagonisten aus „Uhrwerk Orange“ und „Funny Games“ (was definitiv als Kompliment zu verstehen ist).

„The Purge – Die Säuberung“ hätte alle Möglichkeiten gehabt, um als pessimistischer und mutiger Blick in die Zukunft ein richtig starker Film zu werden. Es ist bedauerlich, dass deMonaco nicht auf die Klasse seiner Grundidee vertraut und uns nach tollem Start einen konventionellen und recht unlogischen Thriller liefert. Mit etwas mehr Mut in die eigenen Stärke wäre hier ein Kultfilm möglich gewesen. Die Macher haben aber das Hitpotenzial hinter der Idee zu diesem Low Budget-Film bereits erkannt: Ein zweiter Teil ist schon in Planung.

3 von 5 Punkten


Quelle: Universal Pictures Germany, YouTube

The Purge - Die Säuberung

Originaltitel:The Purge
Regie:James DeMonaco
Darsteller:Ethan Hawke, Lena Headey, Adelaide Kane
Genre:Psychothriller
Produktionsland/-jahr:USA, 2013
Verleih:Universal Pictures
Länge:85 Minuten
FSK:ab 16 Jahren
Kinostart:13.06.2013
Facebook-Page:Der Facebook-Auftritt von "The Purge - Die Säuberung"

Verfasst von Thomas.

Zuletzt geändert am 09.06.2013
The Purge – Die Säuberung (Kino)

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