Review: After Earth (Kino)

Das Kinoplakat von "After Earth" (Quelle: Sony Pictures Germany)

Das Kinoplakat von „After Earth“ (Quelle: Sony Pictures Germany)

Inzwischen ist es 1000 Jahre her, dass die Menschen die Erde verlassen mussten und Nova Prime zur neuen Heimat wurde. General Cypher Raige (Will Smith), der aufgrund seiner Verdienste im Kampf zur lebenden Legende gewachsen ist, kehrt nach langer Zeit nach Hause zurück. Sein jugendlicher Sohn Kitai (Jaden Smith) hat sich inzwischen fast völlig von ihm entfremdet, vergöttert ihn aber als Soldat. Cypher will seine Versäumnisse nachholen und nimmt seinen Sohn mit auf eine wichtige Reise. Doch schon bald gerät das Raumschiff der beiden in einen Asteroiden-Regen, der die Piloten zu einer Notlandung auf einem unbekannten Planeten zwingt. Cypher, der sich beide Beine bricht, und Kitai sind die einzigen, die diesen Absturz überleben. Wie sich herausstellt, sind die beiden auf der unwirtlichen Erde gelandet. Nun hat Kitai die Chance, in die Fußstapfen seines Vaters zu treten: Er muss 100km durch die Wildnis laufen, um aus dem abgebrochenen Teil des Wracks einen Sender zu holen und die Rettungsmannschaft anzufordern. Doch der fremde Planet, seine unheimlichen Kreaturen und ein gewaltiges Alien machen das Unterfangen äußerst schwierig.

In den vergangenen Jahren hatte der indische Starregisseur M. Night Shymalan für seine letzten Filme „The Happening“ und „Die Legende von Aang“ (nicht zu Unrecht) teils harsche Kritik einstecken müssen. Nun entwickelte er eine von Will Smith verfasste Survival-Geschichte gemeinsam mit Gary Whitta zu einem Science-Fiction-Actioner mit Ökobotschaft weiter. Jedoch gab es hier schon im Vorfeld herben Gegenwind für das Werk, da einige Scientology-Propaganda in dem Film entdeckt haben wollen. Der Vorwurf ist etwas weit hergeholt, ziemlich misslungen ist „After Earth“ trotzdem. Wurde bei „Oblivion“ noch eine futuristische Welt mit interessanten Charakteren gezeigt, die dem Zuschauer auch wirklich vorgelebt wurde, befindet man sich hier nach einem Mini-Intro schon mitten im Chaos, das herrscht, nachdem die Ursa die Menschheit angegriffen hatten (Wann? Wo?). Der militante Jargon, der in den meisten Unterhaltungen herrscht, soll wohl in die Zeit passen, wirkt aber eher stumpf und zeitweise am Rande zum Lächerlichen.

Familie Smith macht einen Ausflug ins Grüne

Kit behält die Ruhe (Quelle: Sony Pictures Germany)

Kit behält die Ruhe (Quelle: Sony Pictures Germany)

Speziell da in den 90 % des Filmes, die nach dem Absturz spielen, fast nur Will und Jaden Smith vorkommen, amüsieren einige Gespräche doch beträchtlich (ein typisches Vater-Sohn Gespräch grob zitiert:

Kitai: „Was soll ich jetzt tun, Sir?“

Cypher: „Unter diesen Umständen: Mission abbrechen.“

Kitai: „Ich kann es schaffen, Sir.“

Cypher: „Kehr zur Basis zurück. Ich übernehme für das Ergebnis die Verantwortung. Das ist ein Befehl.“)

Vater und Sohn vor dem Absturz (Quelle: Sony Pictures Germany)

Vater und Sohn vor dem Absturz (Quelle: Sony Pictures Germany)

Die durchaus erkennbare grüne Botschaft und die optisch tollen Landschaften in allen Ehren, kann „After Earth“ kaum Blockbuster-Ansprüchen genügen. Dafür ist die Story nicht spannend genug, die Welt und ihre Monster nicht interessant genug und auch die Figuren nicht gut genug. Das die Vögel und Tiger aussehen, wie aus einem PC-Spiel entlaufen, und der Ursa wie ein etwas agilerer Bruder des Brainbug von „Starship Troopers“ wirkt, ist dabei die Sahne auf den Kuchen. Will Smith („Men in Black 3“)war wohl selten langweiliger, wie hier als etwas tumber Militär-Veteran. Jaden Smith („Karate Kid“)spielt zwar besser, die Qualitäten, um einen ganzen Film zu tragen, gehen dem erst 14-Jährigen aber ab. Da hilft auch alles Pushen des Vaters nichts, der die Karriere von Jaden scheinbar unbedingt erzwingen möchte. Etwas mehr Spielzeit hätte Zoe Kravitz („X-Men: Erste Entscheidung“)verdient gehabt, die in einigen Rückblenden als Cyphers Tochter auftaucht und diese Momente sichtbar aufwertet.

So langsam muss sich die Filmwelt fragen, ob M. Night Shymalan ein guter Regisseur mit (jetzt schon einigen) schwachen Ausrutschern, oder ein schlechter Regisseur mit ein paar Glückstreffern ist. Zumindest gelingt es ihm mit einigen schönen Ideen recht deutlich, den unsäglichen „Die Legende von Aang“ hinter sich zu lassen. Trotzdem muss sich auch „After Earth“ massive Kritik in den Punkten Spannung, Logik, technische Umsetzung, Dialoge, Figurenzeichnung und Schauspielerleistungen gefallen lassen. Es bleibt ein sichtbar gut gemeinter, aber halbgar umgesetzter Science-Fiction-Film, der deutlich hinter den Erwartungen zurückbleibt.

2 von 5 Punkten


Quelle: Sony Pictures, YouTube

After Earth

Originaltitel:After Earth
Regie:M. Night Shymalan
Darsteller:Will Smith, Jaden Smith, Zoe Kravitz
Genre:Science-Fiction
Produktionsland/-jahr:USA, 2013
Verleih:Sony Pictures
Länge:100 Minuten
FSK:ab 12 Jahren
Kinostart:06.06.2013
Homepage:Der Internetauftritt-Auftritt von "After Earth"

Verfasst von Thomas.

Zuletzt geändert am 06.06.2013
Review: After Earth (Kino)

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