Review: Tim Sander goes to Hollywood (DVD)

"Tim Sander goes to Hollywood"- Cover DVD (Quelle: Pandastorm Pictures)

„Tim Sander goes to Hollywood“- Cover DVD (Quelle: Pandastorm Pictures)

Inhalt: Der Berliner Schauspieler Tim Sander, den wohl viele noch aus „Gute Zeiten, schlechte Zeiten“ und „Verliebt in Berlin“ kennen werden, hat wie viele seiner Kollegen den Traum, in Hollywood erfolgreich zu sein. Sein ungleich erfolgreicherer Kumpel Matthias Schweighöfer („Russendisko“) geht mit ihm eine Wette ein, dass Tim Sander nicht in vier Wochen eine Rolle in einem Hollywood-Film bekommen kann. So macht er sich mit drei Freunden und einer Kamera auf den Weg nach Los Angeles, um die Welt von seinem Talent zu überzeugen. Auf seiner Odyssee trifft er unter anderem auf Uwe Boll und Ralf Moeller.

 

Kritik: In der Zeit von 1998-2002 gehörte Tim Sander zum festen Inventar der Soap „Gute Zeiten, schlechte Zeiten“, zierte regelmäßig das Cover der „Bravo“ und wurde so zum Teeniestar. Nach seinem Ausstieg erlangte er noch Hauptrollen in „18 – Allein unter Mädchen“ und „Verliebt in Berlin“, die aber nicht den Erfolg seiner GZSZ-Zeit wiederholen konnten. Im Kino hatte er seinem einzig nennenswerten Auftritt 2003 in „Die Klasse von ’99 – Schule war gestern, Leben ist jetzt“, wo er mit seinem Wettpaten Matthias Schweighöfer zusammen spielte. Seit etwa fünf Jahren ist Sander aber gänzlich in der Versenkung verschwunden. Während andere Menschen daran verzweifeln würden, ließ sich Sander von seinem Freund und Regisseur Andreas Schaap für diese ausgesprochen selbstironische und etwas kuriose Filmidee einspannen. Allein die Größe, die es benötigt, um an einem solchen Abenteuer-Projekt teilzunehmen, muss dem ehemals bekannten Schauspieler angerechnet werden.

Stress, Spaß, Stars und unnötige Gesangseinlagen

Tim Sander trainiert mit Ralf Moeller (Quelle: Pandastorm Pictures)

Tim Sander trainiert mit Ralf Moeller (Quelle: Pandastorm Pictures)

Wie viel skurriles Potenzial in „Tim Sander goes to Hollywood“ steckt wird dem Zuschauer am Anfang durch eine durchaus aufdringliche und unwitzige Gesangseinlage aufgezeigt. Dabei haben die real gefilmten Bilder von der Reise von Tim Sander und seinen Freunden genug aberwitziges zu bieten. Angebote für einen Porno, Platzverweise wegen Wildpinkelns, Hexenzirkel mit Ariane Sommer, tanzende Bären und ein Fitnesstraining mit Ralf Moeller sind nur ein paar der Stationen des Quartetts während des USA-Aufenthalts. Teilweise wird es interessant, wenn Einblicke in die (unteren Bereiche der) Hollywood-Maschinerie geboten werden, teilweise wird es urkomisch, wenn die Gruppe vor scheinbar unlösbare Aufgaben gestellt wird. Zusätzlich dürfte sich für viele Zuschauer ein „AHA“-Effekt einstellen, wenn bekannte Gesichter wie die Regisseure Uwe Boll und Henry Jaglom auf der Bildfläche erscheinen. Leider stören auch im weiteren Verlauf die „nachgestellten Szenen“ mit Matthias Schweighöfer sowie die musikalischen Ausritte von Sander das ansonsten tolle Gesamtbild.

Tim Sander mit seinen Freunden in LA (Quelle: Pandastorm Pictures)

Tim Sander mit seinen Freunden in LA (Quelle: Pandastorm Pictures)

„Tim Sander goes to Hollywood“ ist eine Dokumentation der vollkommen anderen Art. Der beherzt auftretende und sympathische Protagonist sorgt mit seiner Entourage stets für gute Stimmung und feiert so auf Umwegen ein herrlich unkonventionelles Bildschirm-Comeback, was eigentlich nur bei den „gespielten“ Szenen wirkliche Schwächen zeigt. Es wäre Tim Sander definitiv zu gönnen, wenn er auch in Deutschland bald wieder Rollen in Spielfilmen angeboten bekommt.

Ab dem 05.10.2012 ist der Film auf DVD erhältlich.

3,5 von 5 Punkten

 

Bild: Im Rahmen der Möglichkeiten wird ein recht ordentliches Bild geboten. Die gedrehten Szenen haben gutes bis sehr gutes Bild, die Dokumentarszenen fallen da natürlich etwas ab.

3 von 5 Punkten

Ton: Der englisch und deutsch gemischte Ton in Dolby Digital 5.1 liefert alles was nötig ist: Dialogverständlichkeit. Natürlich sind die Gespräche aus den Dokumentarszenen manchmal etwas dumpf abgemischt, Effekte existieren nur beim Score. Jedoch ist das nichts, was beim Anschauen dieses kuriosen Projektes stören würde.

2,5 von 5 Punkten

Extras: Den Film als Webserie eingeteilt, einige entfernte Szenen und der Trailer sind schlichtes Standardmaterial. Der äußerst eigenwillige und augenzwinkernde Kurzfilm „Mad Eagle“sorgt aber für ein wirkliches Highlight.

3 von 5 Punkten

Gesamt: 3 von 5 Punkten


Quelle: KinoKingKong, Pandastorm Pictures, YouTube

Tim Sander goes to Hollywood

Originaltitel:Tim Sander goes to Hollywood
Regie:Andreas Schaap
Darsteller:Tim Sander, Matthias Schweighöfer, Uwe Boll
Genre:Komödie, Dokumentation
Produktionsland/-jahr:Deutschland, 2012
Verleih:Pandastorm Pictures
Länge:97 Minuten
FSK:ab 12 Jahren
Offizielle Homepage zum Film:Der Internetauftritt von "Tim Sander goes to Hollywood"

 

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